Baufinanzierung

Baufinanzierungsrechner

Berechnet Monatsrate, gezahlte Zinsen und die Restschuld am Ende der Sollzinsbindung.

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Baufinanzierungsrechner

Berechnet Monatsrate, gezahlte Zinsen und die Restschuld am Ende der Sollzinsbindung.

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Jahre

Kurz erklärt

Die Monatsrate eines Annuitätendarlehens ergibt sich aus Sollzins plus anfänglicher Tilgung, bezogen auf die Darlehenssumme. Bei 350.000 Euro, 3,6 Prozent Sollzins und 2 Prozent Tilgung sind das 5,6 Prozent von 350.000 Euro, also 19.600 Euro im Jahr oder 1.633 Euro im Monat.

Rate
(Sollzins plus Tilgung) mal Darlehenssumme, geteilt durch 12
Zinsbindung
Üblich sind 10, 15 oder 20 Jahre
Anfangstilgung
Unter 2 Prozent verlängert die Laufzeit stark
Nebenkosten
Werden in der Regel nicht mitfinanziert

Eine Baufinanzierung ist für die meisten Menschen der größte Kredit ihres Lebens. Zwei Zahlen entscheiden darüber, ob sie funktioniert: die monatliche Rate, die Sie dauerhaft tragen können, und die Restschuld, die nach Ablauf der Zinsbindung übrig bleibt.

Der Rechner oben liefert beide. Darunter erklären wir, warum die deutsche Baufinanzierung anders funktioniert als etwa die amerikanische, was die Anfangstilgung mit Ihrer Laufzeit macht und welche Fehler in Beratungsgesprächen immer wieder passieren.

So gehen Sie vor

  1. Darlehenssumme bestimmenKaufpreis minus Eigenkapital, wobei die Kaufnebenkosten vom Eigenkapital abgehen und nicht mitfinanziert werden.
  2. Sollzins eintragenNutzen Sie ein konkretes Angebot. Liegt noch keines vor, orientieren Sie sich an aktuellen Konditionsübersichten und rechnen Sie zusätzlich eine Variante mit einem Prozentpunkt mehr.
  3. Tilgung wählenBeginnen Sie mit 2 Prozent und erhöhen Sie schrittweise, um zu sehen, wie Rate und Laufzeit reagieren.
  4. Zinsbindung festlegenZehn Jahre sind Standard. Prüfen Sie 15 und 20 Jahre und vergleichen Sie die jeweilige Restschuld.
  5. Restschuld bewertenFragen Sie sich, ob Sie die Rate auch dann noch tragen könnten, wenn der Anschlusszins zwei oder drei Prozentpunkte höher liegt.

Wie ein Annuitätendarlehen funktioniert

In Deutschland ist die Baufinanzierung fast immer ein Annuitätendarlehen. Annuität bedeutet: Die monatliche Rate bleibt über die gesamte Zinsbindung gleich. Was sich ändert, ist die Aufteilung innerhalb der Rate.

Am Anfang besteht die Rate überwiegend aus Zinsen und nur zu einem kleinen Teil aus Tilgung. Mit jeder Zahlung sinkt die Restschuld ein wenig, dadurch fallen im Folgemonat etwas weniger Zinsen an, und der Tilgungsanteil steigt. Dieser Effekt beschleunigt sich über die Jahre.

Die Rechnung an einem konkreten Fall

Familie Berger kauft eine Doppelhaushälfte in Nordrhein-Westfalen. Kaufpreis 400.000 Euro, Eigenkapital 90.000 Euro, davon gehen die Nebenkosten ab. Der Darlehensbedarf liegt bei 350.000 Euro. Die Bank bietet 3,6 Prozent Sollzins bei 10 Jahren Zinsbindung, die Bergers wählen 2 Prozent Anfangstilgung.

Annuität = 350.000 × (3,6 % + 2,0 %) = 350.000 × 5,6 % = 19.600 Euro pro Jahr
Monatsrate = 19.600 / 12 = 1.633,33 Euro
Rotes Haus auf einem Stapel Münzen als Sinnbild für die Baufinanzierung
Die Rate ist nur die halbe Antwort. Entscheidend ist auch, was nach der Zinsbindung übrig bleibt.

So entwickelt sich das Darlehen:

JahrZinsenTilgungRestschuld
112.512 Euro7.088 Euro342.912 Euro
311.983 Euro7.617 Euro328.140 Euro
511.415 Euro8.185 Euro312.264 Euro
109.837 Euro9.763 Euro268.098 Euro

Nach zehn Jahren haben die Bergers rund 196.000 Euro gezahlt. Davon sind etwa 114.000 Euro Zinsen und nur rund 82.000 Euro Tilgung. Die Restschuld beträgt rund 268.000 Euro und muss neu finanziert werden, zu einem Zins, den heute niemand kennt.

Warum die Anfangstilgung so wichtig ist

Die Anfangstilgung ist der wirksamste Hebel, den Sie haben. Sie verändert nicht nur die Rate, sondern vor allem die Gesamtlaufzeit und damit die Summe der gezahlten Zinsen.

TilgungMonatsrateSchuldenfrei nachRestschuld nach 10 Jahren
1 Prozent1.341 Eurorund 42 Jahrerund 308.000 Euro
2 Prozent1.633 Eurorund 29 Jahrerund 268.000 Euro
3 Prozent1.925 Eurorund 23 Jahrerund 228.000 Euro
4 Prozent2.217 Eurorund 19 Jahrerund 187.000 Euro

Von 1 auf 2 Prozent Tilgung steigt die Rate um 292 Euro im Monat. Die Laufzeit sinkt dafür um 13 Jahre. Wer es sich leisten kann, tilgt höher. Wer knapp kalkuliert, sollte zumindest ein Sondertilgungsrecht vereinbaren.

Die Restschuld ist das eigentliche Risiko

Der deutsche Immobilienkredit hat eine Eigenheit, die viele unterschätzen: Der Zins ist nur für die Dauer der Zinsbindung fest. Danach wird die Restschuld neu verhandelt.

Bei den Bergers bleiben nach zehn Jahren rund 268.000 Euro offen. Steigt der Zins bis dahin von 3,6 auf 6 Prozent, klettert die Rate bei gleicher Tilgung von 1.633 auf rund 1.786 Euro. Das ist verkraftbar. Bei einer Anfangstilgung von nur 1 Prozent wären es dagegen rund 308.000 Euro Restschuld, und die Rate stiege deutlich stärker.

Drei Wege, dieses Risiko zu begrenzen:

  • Längere Zinsbindung. 15 oder 20 Jahre kosten etwas mehr Zins, verschieben die Unsicherheit aber weit nach hinten.
  • Höhere Tilgung. Jeder zusätzliche Tilgungsprozentpunkt senkt die Restschuld spürbar.
  • Sondertilgungen. Viele Verträge erlauben jährlich 5 Prozent der Darlehenssumme ohne Zusatzkosten. Nutzen Sie das Recht, sobald Geld übrig ist.

Nebenkosten gehören ins Eigenkapital

Banken finanzieren in der Regel nur den Kaufpreis, nicht die Kaufnebenkosten. Diese liegen je nach Bundesland und Maklersituation grob zwischen 9 und 15 Prozent des Kaufpreises. Sie bestehen aus Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklercourtage. Die genauen Steuersätze unterscheiden sich je Bundesland, unser Kaufnebenkosten-Rechner rechnet das durch.

Für die Bergers bedeutet das: Von den 90.000 Euro Eigenkapital fließt ein erheblicher Teil in Nebenkosten, bevor auch nur ein Euro in die Immobilie geht.

Die häufigsten Fehler

Nur auf die Rate schauen. Eine niedrige Rate durch 1 Prozent Tilgung fühlt sich gut an und kostet über die Laufzeit ein Vermögen an Zinsen.

Bis an die Belastungsgrenze gehen. Kalkulieren Sie mit Puffer. Heizung, Dach und Erwerbsminderung halten sich nicht an Ihren Finanzierungsplan.

Nur bei der Hausbank fragen. Die Zinsunterschiede zwischen Anbietern liegen regelmäßig bei mehreren Zehntel Prozentpunkten. Auf 350.000 Euro über 10 Jahre sind 0,3 Prozentpunkte rund 10.000 Euro.

Sondertilgung nicht vereinbaren. Das Recht kostet meist nichts und verschafft Ihnen Flexibilität, sobald sich Ihre Lage ändert.

Was die Bank prüft

Bevor über Zinsen gesprochen wird, prüft die Bank zwei Dinge: ob Sie die Rate tragen können und wie sicher ihr Kredit ist.

Für die Tragfähigkeit stellt sie eine Haushaltsrechnung auf. Vom Nettoeinkommen gehen Lebenshaltung, Versicherungen, Mobilität und laufende Kredite ab. Was übrig bleibt, ist der Betrag, der für die Rate zur Verfügung steht. Viele Banken rechnen zusätzlich mit Pauschalen pro Person, die höher liegen als das, was Sie tatsächlich ausgeben.

Für die Sicherheit zählt der Beleihungsauslauf, also das Verhältnis von Darlehen zum Wert der Immobilie. Je niedriger, desto besser der Zins:

BeleihungsauslaufBedeutungWirkung auf den Zins
bis 60 Prozentsehr sicher aus Banksichtbester Zins
bis 80 Prozentüblicher Bereichleichter Aufschlag
bis 100 Prozentkein Eigenkapital im Objektdeutlicher Aufschlag
über 100 ProzentNebenkosten mitfinanziertteuer, oft Ablehnung

Das ist der eigentliche Grund, warum Eigenkapital sich lohnt. Nicht nur, weil Sie weniger leihen, sondern weil das Geliehene günstiger wird.

Sondertilgung: die stärkste Stellschraube nach der Tilgung

Viele Verträge erlauben jährlich 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme als kostenlose Sondertilgung. Bei den Bergers wären das 17.500 Euro im Jahr. Selbst deutlich kleinere Beträge wirken stark, weil sie direkt die Restschuld senken und damit alle künftigen Zinsen.

Jährliche SondertilgungRestschuld nach 10 JahrenZinsersparnis über die Zinsbindung
0 Eurorund 268.000 EuroReferenz
2.000 Eurorund 244.000 Eurorund 5.500 Euro
5.000 Eurorund 208.000 Eurorund 13.700 Euro
10.000 Eurorund 148.000 Eurorund 27.400 Euro

Wichtig: Vereinbaren Sie das Sondertilgungsrecht bei Vertragsschluss. Nachträglich ist es entweder nicht möglich oder es kostet einen Zinsaufschlag. Ein Recht, das Sie nicht nutzen, kostet nichts.

Andere Darlehensformen

Volltilgerdarlehen. Zinsbindung und Laufzeit sind identisch, am Ende ist das Darlehen vollständig getilgt. Es gibt keine Restschuld und keine Anschlussfinanzierung, dafür ist die Rate hoch und Sondertilgungen sind oft ausgeschlossen. Für Menschen, die Planungssicherheit über alles stellen.

Forward-Darlehen. Sie sichern sich heute den Zins für eine Anschlussfinanzierung, die erst in bis zu fünf Jahren beginnt. Die Bank verlangt dafür einen Aufschlag, der mit der Vorlaufzeit steigt. Sinnvoll, wenn Sie steigende Zinsen erwarten und Ihre Zinsbindung bald ausläuft.

KfW-Darlehen. Die staatliche Förderbank vergibt zinsgünstige Kredite für energieeffizientes Bauen und Sanieren, teilweise mit Tilgungszuschuss. Die Programme und Konditionen ändern sich regelmäßig, prüfen Sie den aktuellen Stand direkt bei der KfW, bevor Sie damit rechnen.

Anschlussfinanzierung: drei Wege

Wenn die Zinsbindung ausläuft, haben Sie Optionen. Die bequemste ist selten die beste.

  • Prolongation. Sie verlängern bei derselben Bank. Ein Schreiben, eine Unterschrift, fertig. Genau deshalb ist das Angebot oft nicht das günstigste am Markt.
  • Umschuldung. Sie wechseln zu einer anderen Bank. Es fallen Kosten für die Grundschuldabtretung an, meist einige hundert Euro. Bei einer Zinsdifferenz von 0,3 Prozentpunkten auf 268.000 Euro amortisiert sich das binnen Monaten.
  • Ablösung. Sie zahlen den Rest aus Eigenmitteln zurück, etwa nach einer Erbschaft.

Beginnen Sie die Suche etwa ein Jahr vor Ablauf. Nach zehn Jahren ab Vollauszahlung dürfen Sie nach §489 BGB mit sechs Monaten Frist kündigen, auch wenn die Zinsbindung länger läuft. Das gilt selbst dann, wenn Sie ursprünglich 15 oder 20 Jahre vereinbart haben.

Rechnen Sie den Stresstest

Die wichtigste Frage stellt keine Bank: Was passiert, wenn es schlechter läuft als geplant. Drei Szenarien, die Sie durchrechnen sollten.

Zinsanstieg. Setzen Sie im Rechner die Restschuld nach Zinsbindung als neue Darlehenssumme ein und rechnen Sie mit drei Prozentpunkten mehr. Können Sie die Rate tragen.

Einkommensausfall. Ein Gehalt fällt weg, etwa durch Elternzeit oder Krankheit. Reicht das verbleibende Einkommen für Rate und Leben.

Instandhaltung. Rechnen Sie mit ein bis zwei Euro pro Quadratmeter und Monat als Rücklage. Bei 140 Quadratmetern sind das 140 bis 280 Euro monatlich, die in keinem Finanzierungsangebot auftauchen und trotzdem anfallen.

Rechenweg

Der Rechner bildet ein Annuitätendarlehen nach deutscher Konvention ab. Die Jahresannuität ist die Summe aus Sollzins und anfänglicher Tilgung, bezogen auf die ursprüngliche Darlehenssumme. Die Monatsrate ist ein Zwölftel davon und bleibt über die Zinsbindung konstant.

Für jeden Monat werden die Zinsen auf die aktuelle Restschuld berechnet. Was von der Rate übrig bleibt, ist Tilgung und senkt die Restschuld. Die letzte Rate wird gekappt, damit keine Überzahlung entsteht. Die angezeigte Restschuld ist der Stand am Ende der eingegebenen Zinsbindung.

Nicht enthalten sind Bereitstellungszinsen, Schätzkosten, Kontoführungsgebühren und Sondertilgungen. Der ausgewiesene Zeitpunkt der vollständigen Rückzahlung unterstellt einen über die gesamte Laufzeit unveränderten Sollzins, was in der Praxis nicht zutrifft.

Häufige Fragen

Wie berechnet sich die Monatsrate bei einer Baufinanzierung?
Addieren Sie Sollzins und anfängliche Tilgung, multiplizieren Sie das Ergebnis mit der Darlehenssumme und teilen Sie durch zwölf. Bei 350.000 Euro, 3,6 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung ergibt das 5,6 Prozent von 350.000 Euro, also 19.600 Euro jährlich oder 1.633 Euro monatlich.
Was passiert nach Ablauf der Zinsbindung?
Die verbliebene Restschuld wird neu finanziert, entweder bei derselben Bank durch eine Prolongation oder bei einem anderen Anbieter durch Umschuldung. Der Zins richtet sich nach dem dann geltenden Marktniveau. Eine hohe Restschuld bei gestiegenen Zinsen kann die Rate deutlich erhöhen.
Wie viel Tilgung ist sinnvoll?
Zwei Prozent gelten als Untergrenze, drei Prozent oder mehr sind bei den heutigen Zinsniveaus komfortabler. Faustregel: Die Immobilie sollte spätestens zum Renteneintritt abbezahlt sein. Rechnen Sie rückwärts von Ihrem Alter aus.
Wie viel Eigenkapital brauche ich?
Als Richtwert sollten die Kaufnebenkosten vollständig aus Eigenkapital bezahlt werden, da Banken sie in der Regel nicht mitfinanzieren. Zusätzliche 10 bis 20 Prozent des Kaufpreises verbessern die Zinskonditionen spürbar.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der reine Zins auf die Darlehenssumme. Der effektive Jahreszins enthält zusätzlich bestimmte Nebenkosten der Finanzierung und ist deshalb für den Vergleich verschiedener Angebote die aussagekräftigere Zahl.
Lohnt sich eine längere Zinsbindung?
Längere Bindungen kosten meist einen Zinsaufschlag, sichern aber die Kalkulation ab. Wer knapp finanziert oder mit steigenden Zinsen rechnet, fährt mit 15 oder 20 Jahren ruhiger. Nach zehn Jahren besteht ohnehin ein gesetzliches Kündigungsrecht mit sechs Monaten Frist.

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