ETF-Sparplan-Rechner
Zeigt die Entwicklung eines ETF-Sparplans inklusive laufender Kosten (TER) über die Laufzeit.
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ETF-Sparplan-Rechner
Zeigt die Entwicklung eines ETF-Sparplans inklusive laufender Kosten (TER) über die Laufzeit.
Dieser Rechner nutzt gesetzliche Werte, die noch nicht gegen die amtliche Quelle bestätigt wurden. Wir zeigen lieber kein Ergebnis als ein falsches.
Jahr-für-Jahr-Verlauf
| Jahr | Wert |
|---|
Kurz erklärt
Ein ETF-Sparplan investiert eine feste Monatsrate automatisch in einen breit streuenden Indexfonds. Bei 250 Euro monatlich, 6 Prozent Rendite und 0,20 Prozent laufenden Kosten werden aus 60.000 Euro Einzahlungen in 20 Jahren rund 112.812 Euro. Die laufenden Kosten haben davon 2.698 Euro aufgezehrt.
Ein ETF-Sparplan ist das unspektakulärste Produkt der Geldanlage und genau deshalb funktioniert er. Sie legen einmal eine Rate fest, danach kauft der Broker jeden Monat automatisch nach, bei hohen und bei niedrigen Kursen, ohne dass Sie eine Entscheidung treffen müssen.
Der Rechner oben zeigt Ihnen den Depotwert nach Abzug der laufenden Kosten und, was oft überrascht, wie viel die TER über die Jahre verschluckt hat. Darunter erklären wir die Formel, rechnen ein vollständiges Beispiel durch und gehen die Entscheidungen durch, die Sie vor dem ersten Kauf treffen müssen.
So gehen Sie vor
- Einmalanlage eintragenTragen Sie den Betrag ein, den Sie sofort investieren. Starten Sie ohne Startkapital, lassen Sie das Feld auf 0.
- Monatliche Sparrate festlegenWählen Sie einen Betrag, den Sie auch in einem schlechten Jahr durchhalten. Ein durchgehaltener Sparplan über 100 Euro bringt mehr als ein abgebrochener über 400 Euro.
- Erwartete Rendite eingebenFür breite Aktien-ETFs setzen viele 5 bis 7 Prozent an. Rechnen Sie das Ergebnis anschließend noch einmal mit zwei Prozentpunkten weniger, um die Bandbreite zu sehen.
- TER aus dem Factsheet übernehmenDie laufenden Kosten stehen im Factsheet und in den wesentlichen Anlegerinformationen Ihres ETF. Tragen Sie den exakten Wert ein, nicht einen Schätzwert.
- Laufzeit wählen und Kostenzeile prüfenVergleichen Sie Depotwert und die Zeile, die die von der TER aufgezehrte Summe ausweist. Verlängern Sie die Laufzeit testweise um zehn Jahre, um zu sehen, wie stark beide Werte wachsen.
Was ein ETF ist und warum er zum Sparplan passt
Ein ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er kauft nicht einzelne Lieblingsaktien, sondern bildet einen ganzen Index nach, etwa einen weltweiten Aktienindex mit mehr als tausend Unternehmen aus zwei Dutzend Ländern. Wer einen Anteil kauft, besitzt anteilig alles, was im Index steckt.
Für einen Sparplan ist diese Bauart aus drei Gründen ideal. Erstens sind ETFs Sondervermögen: Geht die Fondsgesellschaft insolvent, gehört das Vermögen weiterhin den Anlegern. Zweitens sind sie günstig, weil kein Fondsmanager bezahlt werden muss, der Aktien auswählt. Drittens funktionieren sie in Bruchstücken. Sie brauchen keine 250 Euro für einen ganzen Anteil, Ihr Broker kauft Ihnen 0,37 Anteile, wenn die Rate nicht aufgeht.
Ein Sparplan wiederum ist nichts anderes als ein Dauerauftrag, der statt auf ein Konto in einen Fonds läuft. Sie legen Rate, Rhythmus und ETF fest, danach passiert alles automatisch. Genau diese Automatik ist der Hauptgrund, warum Sparpläne funktionieren: Sie schalten die tägliche Entscheidung aus, ob heute ein guter Tag zum Kaufen ist.
Beispiel: Lena spart 250 Euro im Monat
Lena ist 32, hat keinen Startbetrag und richtet einen Sparplan über 250 Euro monatlich ein. Sie rechnet mit 6 Prozent Bruttorendite pro Jahr und wählt einen ETF mit 0,20 Prozent laufenden Kosten. Der Rechner arbeitet also mit 5,80 Prozent Nettorendite.
Nach 20 Jahren hat Lena 60.000 Euro eingezahlt. Ihr Depot steht bei 112.812 Euro. Der Wertzuwachs beträgt 52.812 Euro, also fast so viel wie ihre gesamten Einzahlungen. Ohne jede Kostenbelastung wären es 115.510 Euro gewesen. Die TER hat sie über die 20 Jahre 2.698 Euro gekostet.
Interessant ist, wie ungleich sich das über die Laufzeit verteilt:
| Laufzeit | Eingezahlt | Depotwert nach Kosten | Von der TER aufgezehrt |
|---|---|---|---|
| 5 Jahre | 15.000 Euro | 17.353 Euro | 89 Euro |
| 10 Jahre | 30.000 Euro | 40.528 Euro | 442 Euro |
| 15 Jahre | 45.000 Euro | 71.478 Euro | 1.226 Euro |
| 20 Jahre | 60.000 Euro | 112.812 Euro | 2.698 Euro |
| 25 Jahre | 75.000 Euro | 168.013 Euro | 5.236 Euro |
| 30 Jahre | 90.000 Euro | 241.733 Euro | 9.395 Euro |
Nach 5 Jahren liegt der Depotwert nur 2.353 Euro über den Einzahlungen. Nach 30 Jahren übersteigt er sie um mehr als 150.000 Euro. Die ersten Jahre fühlen sich deshalb regelmäßig enttäuschend an. Sie sind trotzdem die wichtigsten, weil genau dieses Geld am längsten arbeitet.
Die TER und was sie über 20 Jahre wirklich kostet
Die Total Expense Ratio ist die jährliche Kostenquote eines Fonds. Sie wird nicht abgebucht, sondern täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen. Sie sehen sie also nie auf dem Kontoauszug, sie steckt bereits im Kurs. Genau deshalb wird sie so oft unterschätzt.
Der Rechner macht sie sichtbar, indem er zweimal rechnet: einmal mit Ihrer Bruttorendite und einmal mit Bruttorendite minus TER. Die Differenz der beiden Endwerte ist das, was die Kosten gefressen haben. Für Lenas Sparplan über 20 Jahre sieht das so aus:
| TER p. a. | Nettorendite | Depotwert nach 20 Jahren | Kosten gegenüber 0 Prozent | Anteil am Bruttoergebnis |
|---|---|---|---|---|
| 0,00 Prozent | 6,00 Prozent | 115.510 Euro | Referenz | 0,0 Prozent |
| 0,07 Prozent | 5,93 Prozent | 114.557 Euro | 953 Euro | 0,8 Prozent |
| 0,20 Prozent | 5,80 Prozent | 112.812 Euro | 2.698 Euro | 2,3 Prozent |
| 0,50 Prozent | 5,50 Prozent | 108.907 Euro | 6.603 Euro | 5,7 Prozent |
| 1,00 Prozent | 5,00 Prozent | 102.758 Euro | 12.752 Euro | 11,0 Prozent |
| 1,50 Prozent | 4,50 Prozent | 97.031 Euro | 18.479 Euro | 16,0 Prozent |
Lesen Sie die letzte Zeile zweimal. Eine TER von 1,50 Prozent klingt nach einer Kleinigkeit. Über 20 Jahre kostet sie Lena 18.479 Euro, also 16 Prozent ihres möglichen Endvermögens. Bei 30 Jahren Laufzeit wären es 61.282 Euro. Das ist der Grund, warum Kosten der einzige Faktor sind, den Sie vorher kennen und selbst steuern können. Die Rendite kennen Sie nicht, die Kosten stehen im Factsheet.
Die Formel hinter dem Rechner
Der Rechner verzinst monatlich und behandelt die Sparrate nachschüssig, sie wird also am Monatsende gutgeschrieben. So rechnen deutsche Broker Sparpläne ab.
Monatszins i = (Rendite p. a. − TER) / 100 / 12
Monate n = Laufzeit in Jahren × 12
Für jeden Monat gilt:
neuer Depotwert = alter Depotwert × (1 + i) + Sparrate
Startwert = Einmalanlage
TER-Kosten = Depotwert mit voller Rendite − Depotwert mit (Rendite − TER)
Bei Lena also: i = (6 − 0,2) / 100 / 12 = 0,0048333 und n = 240. Nach 240 Durchläufen steht der Depotwert bei 112.812 Euro. Der Vergleichslauf mit i = 0,005 endet bei 115.510 Euro. Die Differenz von 2.698 Euro ist die ausgewiesene Kostenbelastung.
Thesaurierend oder ausschüttend
Ein ausschüttender ETF überweist Ihnen die Dividenden der enthaltenen Unternehmen aufs Verrechnungskonto, meist quartalsweise oder jährlich. Ein thesaurierender ETF behält sie im Fonds und legt sie sofort wieder an.
- Thesaurierend ist bequem: Die Wiederanlage passiert automatisch, kostenlos und lückenlos. Für die Ansparphase ist das in der Regel die passende Wahl.
- Ausschüttend ist transparent: Sie sehen die Erträge und können sie gezielt verwenden. In der Entnahmephase ist das angenehm, weil regelmäßig Geld fließt, ohne dass Sie Anteile verkaufen müssen.
Steuerlich sind beide Varianten heute weitgehend gleichgestellt. Ausschüttungen werden im Zuflussjahr besteuert, bei thesaurierenden Fonds greift stattdessen die Vorabpauschale. Ein steuerlicher Vorteil der Thesaurierung, wie er vor der Investmentsteuerreform bestand, existiert in dieser Form nicht mehr.
Zur Größenordnung: Wenn Sie eine Ausschüttung von 2 Prozent erhalten, davon 25 Prozent Abgeltungssteuer abführen und den Rest wieder anlegen, verlieren Sie grob 0,5 Prozentpunkte Rendite pro Jahr. Bei Lenas Sparplan wären das über 20 Jahre rund 6.400 Euro. Der Freistellungsauftrag deckt in den ersten Jahren einen Teil davon ab, mit wachsendem Depot aber immer weniger.
Physisch oder synthetisch repliziert
Ein physisch replizierender ETF kauft die Aktien des Index tatsächlich. Bei sehr breiten Indizes kauft er oft nicht alle, sondern eine repräsentative Auswahl. Das nennt sich Sampling und spart Handelskosten.
Ein synthetisch replizierender ETF hält einen beliebigen Wertpapierkorb und tauscht dessen Wertentwicklung über einen Swap gegen die Indexentwicklung. Der Tauschpartner ist meist eine Bank. Das ist rechtlich sauber und in der EU streng reguliert, bringt aber ein zusätzliches Kontrahentenrisiko mit.
| Merkmal | Physisch | Synthetisch |
|---|---|---|
| Wie der Index abgebildet wird | Aktien werden gekauft | Tausch über Swap |
| Nachvollziehbarkeit | hoch, Positionen sind einsehbar | geringer |
| Zusätzliches Risiko | Wertpapierleihe, falls betrieben | Kontrahentenrisiko des Swap-Partners |
| Typischer Einsatz | gängige Standardindizes | schwer handelbare Märkte, Rohstoffe |
| Kosten | meist niedrig | teils noch niedriger |
Für einen breiten Aktien-Sparplan ist physische Replikation die unauffälligere Wahl. Wer synthetisch investiert, sollte wissen, warum, und im Factsheet prüfen, wie die Besicherung des Swaps geregelt ist.
Kostenvergleich: ETF, aktiver Fonds, Einzelaktien
Die TER ist nur ein Kostenblock. Erst zusammen mit Ausgabeaufschlag, Ordergebühren und Depotkosten ergibt sich das Bild:
| Kostenart | Breiter Index-ETF | Aktiv gemanagter Aktienfonds | Einzelaktien |
|---|---|---|---|
| Ausgabeaufschlag | keiner | häufig bis 5 Prozent | keiner |
| Laufende Kosten p. a. | etwa 0,05 bis 0,50 Prozent | etwa 1,0 bis 2,0 Prozent | keine |
| Erfolgsabhängige Gebühr | keine | bei manchen Fonds | keine |
| Kosten pro Sparplanausführung | oft 0 bis 1,50 Euro | je nach Vertrieb | pro Titel einzeln |
| Aufwand für Streuung | ein Produkt genügt | ein Produkt genügt | viele Käufe, viele Gebühren |
Der Ausgabeaufschlag ist der brutalste Posten, weil er sofort wirkt. Wer 5 Prozent zahlt, startet mit 95 Prozent seines Geldes und muss diesen Rückstand erst wieder aufholen. Bei einem ETF-Sparplan gibt es diesen Posten schlicht nicht.
Warum breite Streuung das Stock Picking schlägt
Der Reiz einzelner Aktien ist verständlich. Das Problem ist die Verteilung der Ergebnisse: Ein sehr kleiner Teil aller börsennotierten Unternehmen erzeugt über lange Zeiträume den Großteil der Wertsteigerung, ein großer Teil bleibt unter der Rendite kurzlaufender Anleihen. Wer streut, hat die Gewinner automatisch im Depot. Wer auswählt, muss sie treffen.
Dazu kommt ein unangenehmes Detail: Die stärksten Börsentage häufen sich in unmittelbarer Nähe der schlechtesten. Wer nach einem Einbruch aussteigt und auf Beruhigung wartet, verpasst systematisch genau die Tage, die den Löwenanteil der Erholung tragen. Ein Sparplan auf einen breiten Index löst dieses Problem, indem er gar nicht erst eine Entscheidung verlangt.
Ein zweiter Punkt betrifft das Klumpenrisiko. Wer in Deutschland lebt, in Deutschland arbeitet und deutsche Aktien kauft, koppelt Job, Immobilie und Depot an dieselbe Konjunktur. Ein weltweit streuender ETF entkoppelt zumindest den letzten Teil davon.
Der Cost-Average-Effekt und seine ehrlichen Grenzen
Weil Ihre Rate konstant ist, kaufen Sie bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen weniger. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt dadurch unter dem arithmetischen Mittel der Kurse. Ein Beispiel mit 250 Euro über sechs Monate:
| Monat | Kurs je Anteil | Gekaufte Anteile |
|---|---|---|
| 1 | 100 Euro | 2,500 |
| 2 | 80 Euro | 3,125 |
| 3 | 60 Euro | 4,167 |
| 4 | 70 Euro | 3,571 |
| 5 | 90 Euro | 2,778 |
| 6 | 100 Euro | 2,500 |
Eingezahlt sind 1.500 Euro, erworben wurden 18,641 Anteile. Der Einstandskurs beträgt 80,47 Euro, der arithmetische Durchschnittskurs dagegen 83,33 Euro. Beim Schlusskurs von 100 Euro steht das Depot bei 1.864 Euro.
Jetzt die ehrliche Einordnung. Der Effekt ist ein rechnerisches Nebenprodukt, keine Renditequelle. In steigenden Märkten wäre eine sofortige Einmalanlage im Schnitt besser gewesen, weil das Geld früher investiert war. Und je größer Ihr Depot wird, desto kleiner wird der Einfluss der nächsten Rate: Wer 100.000 Euro im Depot hat, mittelt mit 250 Euro faktisch nichts mehr. Der wahre Wert des Sparplans ist nicht der Durchschnittspreis, sondern die Disziplin.
Was im Crash passiert und warum Verkaufen das eigentliche Risiko ist
Breite Aktienmärkte haben in ihrer Geschichte wiederholt 30 bis 50 Prozent verloren. Ein Depot von 112.812 Euro kann also vorübergehend bei 68.000 Euro stehen. Das ist kein Fehler im Plan, das ist der Plan.
Entscheidend ist die Asymmetrie: Wer 40 Prozent verliert, braucht 66,7 Prozent Gewinn, um wieder bei null zu sein. Das klingt bedrohlich, ist aber nur dann ein realer Verlust, wenn Sie im Tief verkaufen. Wer weiterspart, kauft in genau dieser Phase besonders viele Anteile.
Drei praktische Regeln:
- Notgroschen zuerst. Drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto sorgen dafür, dass eine kaputte Waschmaschine nicht zum Depotverkauf führt.
- Anlagehorizont ehrlich wählen. Geld, das Sie in drei Jahren für die Küche brauchen, gehört nicht in einen Aktien-ETF.
- Sparplan nicht pausieren. Die Versuchung ist im Tief am größten und die Kosten dieser Entscheidung sind am höchsten.
Sparplan-Gebühren beim Broker
Neben der TER zahlen Sie bei manchen Anbietern pro Ausführung. Üblich sind eine Pauschale von etwa 1,00 bis 1,50 Euro oder ein Prozentsatz von rund 1,5 Prozent der Rate. Viele Broker führen ausgewählte ETFs kostenlos aus.
Bei Lenas 250 Euro monatlich über 20 Jahre und 5,80 Prozent Nettorendite:
| Ausführungsgebühr | Tatsächlich investiert je Rate | Depotwert nach 20 Jahren | Differenz |
|---|---|---|---|
| 0 Euro | 250,00 Euro | 112.812 Euro | Referenz |
| 1,50 Euro pauschal | 248,50 Euro | 112.135 Euro | 677 Euro |
| 1,5 Prozent der Rate | 246,25 Euro | 111.120 Euro | 1.692 Euro |
Achten Sie auf die Struktur, nicht nur auf die Höhe. Eine Pauschale von 1,50 Euro ist bei 250 Euro Rate teuer und bei 1.000 Euro Rate belanglos. Ein Prozentsatz bleibt dagegen unabhängig von der Ratenhöhe gleich schmerzhaft. Prüfen Sie außerdem, ob eine kostenlose Aktion befristet ist, denn Konditionen ändern sich.
Steuern: Abgeltungssteuer und Vorabpauschale
Auf Kapitalerträge fällt in Deutschland Abgeltungssteuer von 25 Prozent an, dazu Solidaritätszuschlag und bei Kirchenmitgliedschaft Kirchensteuer. Der Sparerpauschbetrag stellt einen Teil der Erträge frei, die genaue Höhe finden Sie in §20 Absatz 9 EStG. Stellen Sie bei Ihrem Broker einen Freistellungsauftrag, sonst wird Steuer abgeführt, die Sie sich erst über die Steuererklärung zurückholen.
Zwei Besonderheiten bei Fonds sollten Sie kennen. Erstens die Teilfreistellung: Bei Aktienfonds bleibt ein gesetzlich festgelegter Anteil der Erträge steuerfrei, weil der Fonds selbst bereits belastet wurde. Die maßgeblichen Prozentsätze regelt §20 InvStG.
Zweitens die Vorabpauschale: Bei thesaurierenden Fonds fließt Ihnen nichts zu, versteuert wird trotzdem. Der Gesetzgeber setzt dafür einen fiktiven Mindestertrag an, der sich aus dem Basiszins der Bundesbank ableitet und nie höher ist als die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres. Ihr Broker bucht die Steuer meist zu Jahresbeginn vom Verrechnungskonto ab. Halten Sie dort etwas Guthaben vor, sonst verkauft der Broker im Zweifel Anteile. Die Systematik steht in §18 InvStG, die Höhe des Basiszinses wird jährlich neu bekannt gegeben.
Wichtig für die Planung: Der Rechner zeigt Werte vor Steuern. Von Lenas Wertzuwachs in Höhe von 52.812 Euro wären ohne Freibetrag und ohne Teilfreistellung 13.203 Euro Abgeltungssteuer fällig. Mit Teilfreistellung und Sparerpauschbetrag liegt die tatsächliche Belastung darunter.
Häufige Fehler beim ETF-Sparplan
Zu viele ETFs. Drei Welt-ETFs im Depot sind keine dreifache Streuung, sondern dreimal dieselbe. Ein einzelner breiter Index reicht für den Anfang vollständig aus.
Nach Vergangenheitsrendite kaufen. Der Branchen-ETF mit dem besten Fünfjahresergebnis ist der, in dem die guten Jahre bereits eingepreist sind. Für die Zukunft sagt diese Zahl wenig.
Rendite zu optimistisch ansetzen. Rechnen Sie jeden Plan zweimal, einmal mit Ihrer Wunschrendite und einmal mit zwei Prozentpunkten weniger. Bei 250 Euro über 20 Jahre und 0,20 Prozent TER ergeben 6 Prozent brutto rund 112.800 Euro, 4 Prozent dagegen nur rund 89.700 Euro.
TER als einzige Kennzahl nutzen. Die TER enthält nicht alle Kosten. Die Tracking-Differenz zeigt, wie weit der ETF hinter seinem Index zurückgeblieben ist, und ist damit die ehrlichere Zahl. Manche ETFs mit höherer TER liegen dank Wertpapierleihe näher am Index als billigere.
Ständig anpassen. Jeder Wechsel des ETF ist steuerlich ein Verkauf und löst Abgeltungssteuer auf die bis dahin aufgelaufenen Gewinne aus. Der Zinseszins arbeitet danach mit weniger Kapital weiter. Ein solider ETF, den Sie 20 Jahre halten, schlägt den optimalen ETF, den Sie alle drei Jahre tauschen.
Rate nie erhöhen. Lena zahlt mit 32 genauso viel ein wie mit 45, obwohl ihr Einkommen gestiegen ist. Eine Erhöhung von 250 auf 350 Euro nach zehn Jahren kostet sie im Alltag wenig und hebt das Endergebnis deutlich. Prüfen Sie die Rate einmal im Jahr, am besten direkt nach der Gehaltsanpassung.
Rechenweg
Der Rechner verzinst monatlich und behandelt die Sparrate nachschüssig, sie wird also jeweils am Monatsende gutgeschrieben. Das entspricht der Abrechnung deutscher Broker. Der Monatszins ergibt sich aus der eingegebenen Bruttorendite abzüglich der TER, geteilt durch zwölf. Für jeden Monat gilt: neuer Depotwert gleich alter Depotwert mal (1 plus Monatszins) plus Sparrate. Die Einmalanlage ist der Startwert des ersten Monats.
Um die Kostenbelastung auszuweisen, läuft die Rechnung ein zweites Mal mit der vollen Bruttorendite, also ohne TER-Abzug. Die Differenz beider Endwerte ist der Betrag, den die laufenden Kosten über die Laufzeit aufgezehrt haben. Nicht berücksichtigt sind Abgeltungssteuer, Vorabpauschale, Ordergebühren des Brokers, Depotentgelte und Inflation. Die Rendite wird als konstant unterstellt, reale Märkte schwanken dagegen von Jahr zu Jahr erheblich.
Häufige Fragen
Wie viel bekomme ich bei 250 Euro monatlich in 20 Jahren?
Was ist die TER bei einem ETF?
Thesaurierend oder ausschüttend, was ist besser?
Wie viel Rendite ist bei einem ETF-Sparplan realistisch?
Was ist die Vorabpauschale beim ETF?
Soll ich meinen ETF-Sparplan bei einem Crash pausieren?
Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung (§5 StBerG).


