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Inflationsrechner

Berechnet, wie viel ein Geldbetrag nach Jahren der Inflation real noch wert ist.

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Inflationsrechner

Berechnet, wie viel ein Geldbetrag nach Jahren der Inflation real noch wert ist.

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Jahre

Kurz erklärt

Der Inflationsrechner teilt Ihren Betrag durch den Preisfaktor (1 plus Inflationsrate) hoch Anzahl der Jahre. Bei 10.000 Euro und 3 Prozent Inflation bleiben nach 20 Jahren nur 5.536,76 Euro Kaufkraft übrig. Um dieselbe Kaufkraft zu behalten, bräuchten Sie dann 18.061 Euro auf dem Konto.

Formel
Realer Wert = Betrag geteilt durch (1 + Rate) hoch Jahre
Halbierung
Bei 3 Prozent halbiert sich die Kaufkraft in rund 23 Jahren
EZB-Ziel
Preisstabilität bei rund 2 Prozent mittelfristig
Entscheidend
Die reale Rendite, nicht der Zins auf dem Kontoauszug

Inflation ist die einzige Vermögensminderung, die ohne Kontobewegung stattfindet. Ihr Kontostand bleibt gleich, die Zahl auf dem Auszug ändert sich nicht, und trotzdem können Sie sich Jahr für Jahr weniger davon kaufen. Genau deshalb wird sie so leicht übersehen.

Der Rechner oben zeigt Ihnen drei Zahlen: was Ihr Betrag nach der eingegebenen Zeit real noch wert ist, wie hoch der Kaufkraftverlust in Euro ausfällt und welche Summe Sie später bräuchten, um dieselbe Kaufkraft zu behalten. Darunter erklären wir die Formel, rechnen mehrere Fälle durch und zeigen, warum Ihre persönliche Inflationsrate von der offiziellen abweichen kann.

So gehen Sie vor

  1. Heutigen Betrag eintragenTragen Sie die Summe ein, deren künftige Kaufkraft Sie wissen wollen. Das kann ein Kontoguthaben sein, ein Zielkapital für den Ruhestand oder ein monatliches Budget.
  2. Inflationsrate wählenNutzen Sie einen langfristigen Durchschnitt statt des letzten Monatswerts. Die aktuellen Werte veröffentlicht das Statistische Bundesamt, längere Zeitreihen finden Sie bei der Deutschen Bundesbank.
  3. Zeitraum festlegenRechnen Sie über den Zeitraum, den Sie tatsächlich planen. Für die Rentenplanung gehören Ansparphase und Entnahmephase zusammen, das sind oft 40 Jahre und mehr.
  4. Beide Ergebniszeilen lesenDie reale Kaufkraft zeigt, was von Ihrem Betrag übrig bleibt. Der benötigte Betrag zeigt, welche Summe Sie später bräuchten, um heute Gleiches leisten zu können. Für die Planung ist meist die zweite Zahl die wichtigere.
  5. Szenarien vergleichenWiederholen Sie die Rechnung mit einer niedrigeren und einer höheren Rate, etwa 2 und 4 Prozent. Wenn Ihr Plan nur in der günstigen Variante aufgeht, sollten Sie ihn anpassen.

Was Inflation mit Ihrem Ersparten macht

Inflation bedeutet, dass das allgemeine Preisniveau steigt. Dieselbe Ware kostet nächstes Jahr mehr als heute. Umgekehrt formuliert: Ein Euro kauft nächstes Jahr weniger als heute. Beides beschreibt denselben Vorgang, nur einmal aus Sicht der Preise und einmal aus Sicht des Geldes.

Der Effekt ist unauffällig, weil er langsam wirkt. Drei Prozent in einem Jahr merkt kaum jemand. Über 20 Jahre wirkt derselbe Satz jedoch wie Zinseszins, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Aus 10.000 Euro werden bei 3 Prozent Inflation nach 20 Jahren real 5.536,76 Euro. Sie haben nichts ausgegeben, nichts verloren, nichts falsch gemacht. Trotzdem ist fast die Hälfte der Kaufkraft weg.

Wichtig ist der Unterschied zwischen zwei Begriffen, die im Rechner beide auftauchen:

  • Nominal ist die Zahl auf dem Kontoauszug. 10.000 Euro bleiben 10.000 Euro.
  • Real ist das, was Sie sich davon kaufen können, ausgedrückt in heutigen Preisen.

Alle Finanzplanung, die nur nominal rechnet, überschätzt das spätere Budget. Das ist der häufigste und teuerste Fehler in privaten Ruhestandsplänen.

Die Formel hinter dem Inflationsrechner

Der Rechner nutzt genau eine Gleichung. Sie ist die Umkehrung der Zinseszinsformel:

Realer Wert = Betrag / (1 + Inflationsrate)^Jahre

Kaufkraftverlust    = Betrag − Realer Wert
Benötigter Betrag   = Betrag × (1 + Inflationsrate)^Jahre

Betrag           = heutiger Geldbetrag
Inflationsrate   = Jahresrate als Dezimalzahl, 3 Prozent also 0,03
Jahre            = Anzahl der Jahre

Eingesetzt für 10.000 Euro, 3 Prozent und 20 Jahre:

10.000 / 1,03^20 = 10.000 / 1,80611 = 5.536,76 Euro
10.000 × 1,03^20 = 18.061,11 Euro

Die zweite Zeile beantwortet die praktisch wichtigere Frage. Wenn Sie sich in 20 Jahren dasselbe leisten wollen wie heute für 10.000 Euro, brauchen Sie dann 18.061 Euro. Diese Zahl ist der Maßstab, an dem sich jede Anlage messen lassen muss.

Kaufkraftverlust bei 2, 3 und 5 Prozent

Die folgende Tabelle zeigt, was von 10.000 Euro real übrig bleibt. Alle Werte sind mit der Formel oben gerechnet.

Inflationsratenach 10 Jahrennach 20 Jahrennach 30 Jahren
2 Prozent8.203,48 Euro6.729,71 Euro5.520,71 Euro
3 Prozent7.440,94 Euro5.536,76 Euro4.119,87 Euro
5 Prozent6.139,13 Euro3.768,89 Euro2.313,77 Euro

Lesen Sie die Tabelle einmal zeilenweise und einmal spaltenweise. Zeilenweise sehen Sie die Wirkung der Zeit: Bei 3 Prozent verlieren Sie in den ersten zehn Jahren rund 2.559 Euro, in den zweiten zehn Jahren weitere 1.904 Euro, in den dritten noch einmal 1.417 Euro. Spaltenweise sehen Sie die Wirkung der Rate: Der Sprung von 2 auf 5 Prozent kostet Sie über 30 Jahre nicht anderthalbmal so viel, sondern lässt aus 5.520 Euro nur noch 2.313 Euro werden.

Eine nützliche Faustzahl ist die Halbierungsdauer, also die Zeit, in der sich die Kaufkraft halbiert:

InflationsrateKaufkraft halbiert nachVerlust in 10 Jahren
1 Prozentrund 70 Jahre9,5 Prozent
2 Prozentrund 35 Jahre18,0 Prozent
3 Prozentrund 23 Jahre25,6 Prozent
5 Prozentrund 14 Jahre38,6 Prozent
7 Prozentrund 10 Jahre49,2 Prozent

Warum Geld auf dem Girokonto still verliert

Sandra Keller aus Dortmund hat 15.000 Euro auf ihrem Girokonto liegen. Sie bekommt darauf keine Zinsen. Das Geld ist da, es ist sicher, es ist jederzeit verfügbar. Nach acht Jahren bei 3 Prozent Inflation hat es real noch die Kaufkraft von 11.841,14 Euro. Sie hat 3.158,86 Euro verloren, ohne dass jemals eine Abbuchung erfolgt wäre.

Münzen und Geldscheine als Sinnbild für den schleichenden Kaufkraftverlust durch Inflation
Der Kontostand bleibt gleich, die Kaufkraft nicht. Inflation ist eine Vermögensminderung ohne Kontobewegung.

Jetzt die Variante, die viele überrascht. Sandra legt dieselben 15.000 Euro auf ein Tagesgeldkonto mit 2 Prozent Zins, ebenfalls acht Jahre, ebenfalls bei 3 Prozent Inflation.

VarianteKontostand nach 8 JahrenKaufkraft in heutigen PreisenErgebnis real
Girokonto, 0 Prozent15.000,00 Euro11.841,14 Eurominus 3.158,86 Euro
Tagesgeld, 2 Prozent17.574,89 Euro13.873,78 Eurominus 1.126,22 Euro
Anlage, 3 Prozent19.001,55 Euro15.000,00 Europlus/minus null

Das Tagesgeld bringt Sandra 2.574,89 Euro Zinsen ein und sie verliert trotzdem. Der Kontoauszug zeigt einen Gewinn, die Kaufkraft zeigt einen Verlust. Erst bei einer Verzinsung, die exakt der Inflationsrate entspricht, steht sie real bei null. Das ist der ganze Kern der Sache: Ein Zins unterhalb der Inflationsrate ist kein kleiner Gewinn, sondern ein Verlust.

Das heißt nicht, dass Sie kein Geld auf dem Girokonto halten sollten. Der Notgroschen gehört genau dorthin, weil Verfügbarkeit dort wichtiger ist als Rendite. Es heißt nur, dass jeder Euro darüber hinaus einen Preis hat, den Sie kennen sollten.

Nominale und reale Rendite

Für den Vergleich von Anlage und Inflation gibt es eine exakte Formel. Der oft benutzte Kurzweg, einfach die Inflationsrate von der Rendite abzuziehen, ist nur eine Näherung und wird bei höheren Raten ungenau.

reale Rendite = ((1 + nominale Rendite) / (1 + Inflationsrate)) − 1

Beispiel: 6 Prozent Rendite, 2 Prozent Inflation
= (1,06 / 1,02) − 1
= 0,0392
= 3,92 Prozent

Näherung 6 − 2 = 4 Prozent, also 0,08 Prozentpunkte zu hoch.

Bei 3 Prozent Inflation ergeben sich diese realen Renditen:

Nominale RenditeReale Rendite bei 3 Prozent InflationBewertung
0 Prozentminus 2,91 ProzentKaufkraft schrumpft deutlich
1 Prozentminus 1,94 ProzentVerlust trotz Zinsgutschrift
2 Prozentminus 0,97 ProzentVerlust trotz Zinsgutschrift
3 Prozent0,00 ProzentKaufkraft bleibt erhalten
4 Prozent0,97 Prozentkleiner realer Zuwachs
6 Prozent2,91 Prozentspürbarer realer Zuwachs
8 Prozent4,85 Prozentdeutlicher realer Zuwachs

Zwei Hinweise zur Anwendung. Erstens gilt die reale Rechnung erst nach Steuern richtig, denn die Abgeltungssteuer greift auf den nominalen Ertrag zu, nicht auf den realen. Wer nominal 3 Prozent erzielt und darauf Steuer zahlt, liegt bei 3 Prozent Inflation real unter null. Zweitens sollten Sie die reale Rendite immer über den gesamten Anlagezeitraum betrachten, nicht über ein einzelnes Jahr.

Der Warenkorb und Ihre persönliche Inflationsrate

Die offizielle Teuerungsrate in Deutschland wird über den Verbraucherpreisindex gemessen. Das Statistische Bundesamt beobachtet dafür einen Warenkorb, der den durchschnittlichen Konsum privater Haushalte abbildet, und gewichtet die einzelnen Positionen nach ihrem Anteil an den Gesamtausgaben. Wohnen und Energie wiegen darin schwer, Bildung und Nachrichtenübermittlung deutlich weniger.

Ihr eigener Warenkorb sieht mit hoher Wahrscheinlichkeit anders aus. Jonas Brandt wohnt zur Miete in einer Großstadt, fährt täglich Auto und hat zwei Kinder in der Kita. Bei ihm wiegen Miete, Kraftstoff und Betreuung schwer. Ein Rentnerhaushalt mit abbezahltem Eigenheim und wenig Mobilität hat ein völlig anderes Profil. Steigen Mieten und Energie stark, während Elektronik billiger wird, spürt Jonas mehr als der Durchschnitt.

Die Größenordnung dieses Unterschieds ist nicht akademisch. Angenommen, Jonas braucht heute 2.500 Euro im Monat für seinen Lebensstandard. Bei 3 Prozent Teuerung wären das in zehn Jahren 3.359,79 Euro. Liegt seine persönliche Rate bei 5 Prozent, sind es 4.072,24 Euro. Die Differenz von über 700 Euro monatlich entsteht allein aus zwei Prozentpunkten.

Praktische Konsequenz: Nehmen Sie die offizielle Rate als Ausgangspunkt, nicht als Ihre Rate. Wenn Ihr Budget stark von Miete, Energie oder Mobilität geprägt ist, rechnen Sie einen Aufschlag ein. Die aktuellen Werte des Verbraucherpreisindex veröffentlicht das Statistische Bundesamt monatlich, die geldpolitische Einordnung finden Sie bei der Deutschen Bundesbank.

Zur Orientierung: Die Europäische Zentralbank verfolgt als Ziel Preisstabilität bei rund 2 Prozent über die mittlere Frist. Das ist ein Ziel, keine Garantie, und es beschreibt einen Durchschnitt über mehrere Jahre, nicht den Wert eines einzelnen Monats.

Was gegen Inflation schützt und was nicht

Es gibt keinen perfekten Inflationsschutz. Es gibt aber einen sehr klaren Unterschied zwischen Anlagen, deren Wert an Nominalbeträgen hängt, und Anlagen, die reale Werte oder reale Erträge abbilden.

  • Sachwerte wie Aktien und breit streuende Aktien-ETFs. Unternehmen können Preise anpassen, Umsätze wachsen langfristig mit dem Preisniveau. Kurzfristig ist der Zusammenhang schwach, in Phasen stark steigender Preise fallen Kurse häufig zuerst. Langfristig war es historisch die verlässlichste Quelle realer Zuwächse, ohne dass daraus eine Zusage für die Zukunft folgt.
  • Immobilien. Mieten lassen sich in vielen Konstellationen anpassen, der Sachwert bleibt bestehen. Dem stehen Instandhaltung, Standortrisiko und geringe Streuung gegenüber. Eine einzelne Wohnung ist kein Marktdurchschnitt.
  • Inflationsindexierte Anleihen. Ihre Verzinsung und Rückzahlung sind an einen Preisindex gekoppelt, sie sind damit die direkteste Absicherung. Dafür ist die Realrendite in der Regel niedrig.
  • Gold. Über sehr lange Zeiträume ein Werterhalt, über Jahrzehnte hinweg aber mit langen Phasen realer Verluste und ohne laufenden Ertrag. Als Beimischung sinnvoll, als Fundament riskant.

Nicht geschützt sind dagegen alle Anlagen, die auf einen festen Nominalbetrag lauten: Girokonto, Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, klassische Kapitallebensversicherungen mit garantierter Summe und ungebundene Bargeldbestände. Sie sind nicht wertlos, sie sind planbar. Aber ihr realer Ertrag hängt vollständig davon ab, ob der Zins die Teuerung übersteigt.

Ein Zahlenbeispiel für die Größenordnung: 10.000 Euro auf einem Sparbuch mit 0,5 Prozent Zins haben nach 20 Jahren bei 3 Prozent Inflation die Kaufkraft von 6.117,54 Euro. Der Zins hat den Verlust nicht verhindert, nur leicht gebremst.

Inflation und Kredite: warum Schuldner profitieren

Bei Krediten dreht sich die Wirkung um. Eine Schuld lautet auf einen festen Nominalbetrag, und dieser Betrag verliert genauso an Wert wie Ihr Erspartes. Nur zahlen Sie ihn zurück, statt ihn zu besitzen.

Thomas Weber hat ein Annuitätendarlehen über 200.000 Euro mit fester Rate von 1.200 Euro im Monat und langer Zinsbindung aufgenommen. Bei 3 Prozent Inflation entspricht seine Rate im zehnten Jahr real noch 892,91 Euro in heutiger Kaufkraft, im zwanzigsten Jahr nur noch 664,41 Euro. Die Rate auf dem Kontoauszug ändert sich nie, die Last, die sie darstellt, sinkt jedes Jahr.

ZeitpunktNominale MonatsrateReale Belastung bei 3 Prozent Inflation
heute1.200,00 Euro1.200,00 Euro
nach 10 Jahren1.200,00 Euro892,91 Euro
nach 20 Jahren1.200,00 Euro664,41 Euro

Drei Bedingungen müssen dafür erfüllt sein, sonst kippt der Vorteil. Erstens muss der Zins fest sein, denn ein variabler Zins zieht bei steigender Teuerung typischerweise nach. Zweitens muss Ihr Einkommen mindestens mit dem Preisniveau mitwachsen, sonst nützt Ihnen die sinkende Realbelastung nichts. Steigt Ihr Gehalt um 2 Prozent jährlich bei 3 Prozent Inflation, verlieren Sie real: Aus 3.500 Euro werden nominal 4.266,48 Euro nach zehn Jahren, real aber nur 3.174,66 Euro. Drittens darf der Zinssatz nicht von vornherein eine hohe erwartete Teuerung eingepreist haben.

Inflation in der Rentenplanung

Hier richtet das Ignorieren der Inflation den größten Schaden an, weil die Zeiträume am längsten sind. Wer mit 40 für den Ruhestand mit 67 plant, rechnet über 27 Jahre Ansparphase und danach noch einmal über 20 bis 30 Jahre Entnahmephase. Die Inflation wirkt in beiden Phasen.

Miriam Klein ist 42 und möchte im Ruhestand über 2.500 Euro monatlich in heutiger Kaufkraft verfügen. Bis zum Rentenbeginn sind es 25 Jahre. Bei 2 Prozent Teuerung braucht sie dann 4.101,51 Euro monatlich, bei 3 Prozent bereits 5.234,44 Euro. Wer stattdessen mit 2.500 Euro plant, plant an der Realität vorbei.

Und der Effekt hört zum Rentenbeginn nicht auf. Eine Rente von 2.000 Euro, die nicht angepasst wird, hat nach 30 Jahren bei 2 Prozent Inflation nur noch die Kaufkraft von 1.104,14 Euro. Bei privaten Rentenversicherungen mit fester garantierter Rente ist genau das die entscheidende Frage: Ist eine Dynamik vereinbart oder nicht.

Drei konkrete Konsequenzen für Ihre Planung:

  • Rechnen Sie Ihr Zielkapital immer in heutiger Kaufkraft und rechnen Sie es mit dem Rechner oben auf den künftigen Nominalbetrag hoch.
  • Verwenden Sie in Sparplanrechnungen die reale Rendite, nicht die nominale. Aus 6 Prozent nominal werden bei 2 Prozent Inflation 3,92 Prozent real.
  • Prüfen Sie bei jedem Rentenprodukt, ob die Auszahlung dynamisch ist. Eine feste Rente über 30 Jahre ist kein Inflationsschutz.

Ein Depotwert von 400.000 Euro klingt nach viel. In 20 Jahren bei 2 Prozent Inflation entspricht er der heutigen Kaufkraft von 269.188,53 Euro. Das ist immer noch viel, aber es ist eine andere Zahl als die, mit der die meisten Menschen im Kopf planen.

Häufige Denkfehler

Bei sinkender Inflationsrate werden die Preise wieder billiger. Nein. Eine sinkende Rate bedeutet nur, dass die Preise langsamer steigen. Das Niveau selbst bleibt oben. Erst bei einer negativen Rate, also Deflation, fallen Preise tatsächlich.

Mein Konto ist sicher, also verliere ich nichts. Sicher heißt nominal sicher. Der Betrag ist geschützt, die Kaufkraft nicht. Das ist nicht dasselbe Risiko, aber es ist auch ein Risiko.

Inflation minus Zins ist die reale Rendite. Nur ungefähr. Die korrekte Rechnung ist die Division, nicht die Subtraktion. Bei kleinen Raten ist die Abweichung gering, bei höheren wird sie relevant.

Meine Gehaltserhöhung von 3 Prozent gleicht 3 Prozent Inflation aus. Brutto ja, netto meist nicht, weil ein höheres Bruttoeinkommen auch höher besteuert wird. Zudem greift die Erhöhung erst ab dem Zeitpunkt der Anpassung, während die Preise das ganze Jahr über gestiegen sind.

Ich rechne einfach mit der aktuellen Rate weiter. Die Rate eines einzelnen Monats ist für eine 20-Jahres-Planung ungeeignet. Rechnen Sie stattdessen mit einem Korridor, etwa 2 und 4 Prozent, und schauen Sie, ob Ihr Plan in beiden Varianten trägt.

Wie Sie an verlässliche Zahlen kommen

Der Rechner arbeitet mit der Rate, die Sie eintragen. Er kennt keine aktuellen Werte und behauptet auch keine. Für belastbare Zahlen gibt es in Deutschland zwei erste Adressen.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht den Verbraucherpreisindex und die Veränderungsrate zum Vorjahresmonat, dazu die Aufteilung nach Gütergruppen. Dort sehen Sie auch, welche Positionen den Gesamtwert gerade treiben, was für die Einschätzung Ihrer persönlichen Rate hilfreich ist. Die Deutsche Bundesbank ordnet die Entwicklung geldpolitisch ein und veröffentlicht längere Zeitreihen, mit denen sich der Durchschnitt über Jahrzehnte statt über Monate betrachten lässt.

Für die Planung gilt: Nehmen Sie nicht den letzten Monatswert, sondern einen langfristigen Durchschnitt, und rechnen Sie zusätzlich eine pessimistische Variante. Ein Plan, der nur bei niedriger Teuerung funktioniert, ist kein Plan.

Rechenweg

Der Rechner diskontiert den eingegebenen Betrag mit einem konstanten Jahresfaktor. Der reale Wert ergibt sich als Betrag geteilt durch (1 plus Inflationsrate) hoch Anzahl der Jahre, der Kaufkraftverlust als Differenz zwischen Ausgangsbetrag und realem Wert. Der zusätzlich ausgewiesene benötigte Betrag ist die Umkehrung, also Betrag mal demselben Faktor. Er beantwortet die Frage, welche Summe künftig nötig wäre, um die heutige Kaufkraft zu erhalten.

Unterstellt wird eine über den gesamten Zeitraum gleichbleibende Rate. Reale Teuerungsraten schwanken von Jahr zu Jahr erheblich, das Ergebnis ist deshalb eine Modellrechnung und keine Prognose. Nicht berücksichtigt sind Zinsen oder Renditen auf den Betrag, Steuern sowie Abweichungen zwischen dem amtlichen Warenkorb und Ihrem persönlichen Ausgabenprofil. Wer Anlage und Teuerung zusammen betrachten will, rechnet die reale Rendite über die Formel ((1 plus Rendite) geteilt durch (1 plus Inflationsrate)) minus 1.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den Kaufkraftverlust durch Inflation?
Teilen Sie den Betrag durch (1 plus Inflationsrate) hoch Anzahl der Jahre. Bei 10.000 Euro, 3 Prozent und 20 Jahren ergibt das 10.000 geteilt durch 1,03 hoch 20, also 5.536,76 Euro. Der Kaufkraftverlust beträgt damit 4.463,24 Euro.
Wie viel ist mein Geld in 20 Jahren noch wert?
Das hängt allein von der unterstellten Rate ab. 10.000 Euro haben nach 20 Jahren bei 2 Prozent noch 6.729,71 Euro Kaufkraft, bei 3 Prozent 5.536,76 Euro und bei 5 Prozent nur noch 3.768,89 Euro. Rechnen Sie deshalb immer mehrere Varianten durch.
Was ist der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite?
Die nominale Rendite ist die Zahl auf dem Kontoauszug, die reale zieht die Teuerung ab. Die Formel lautet ((1 plus nominale Rendite) geteilt durch (1 plus Inflationsrate)) minus 1. Bei 6 Prozent Rendite und 2 Prozent Inflation sind das 3,92 Prozent real.
Verliert Geld auf dem Tagesgeldkonto an Wert?
Immer dann, wenn der Zins unter der Teuerungsrate liegt. Bei 15.000 Euro, 2 Prozent Zins und 3 Prozent Inflation stehen nach acht Jahren zwar 17.574,89 Euro auf dem Konto, die Kaufkraft entspricht aber nur 13.873,78 Euro von heute. Nominal ein Gewinn, real ein Verlust.
Warum weicht meine persönliche Inflationsrate von der offiziellen ab?
Weil die offizielle Rate einen Durchschnittshaushalt abbildet. Ihre Ausgaben für Miete, Energie, Mobilität oder Betreuung können stärker oder schwächer ins Gewicht fallen. Die Zusammensetzung des Warenkorbs und die Preisentwicklung einzelner Gütergruppen veröffentlicht das Statistische Bundesamt.
Profitieren Schuldner von Inflation?
Bei festverzinsten Krediten in der Regel ja, weil die feste Rate real immer leichter wiegt. Eine Rate von 1.200 Euro entspricht bei 3 Prozent Inflation nach zehn Jahren nur noch 892,91 Euro heutiger Kaufkraft. Voraussetzung ist ein fester Zins und ein Einkommen, das mit dem Preisniveau mitwächst.

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Dieser Rechner dient der Orientierung und ersetzt keine Steuerberatung (§5 StBerG).