Rentenlücke

Rentenlücke berechnen und schließen

Marcel Eichelberger
Veröffentlicht:

Rentenlücke berechnen und schließen
Rentenlücke berechnen und schließen Foto: Kampus Production / Pexels

Was ist die Rentenlücke?

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem Einkommen, das eine Person im Ruhestand benötigt, um ihren gewohnten Lebensstandard zu halten, und der Rente, die sie tatsächlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung, betrieblichen Vorsorge und privaten Verträgen erhalten wird. In den meisten Fällen liegt die gesetzliche Rente deutlich unter dem letzten Nettoeinkommen, oft bei 45 bis 50 Prozent, während für einen gleichbleibenden Lebensstandard häufig 70 bis 80 Prozent nötig wären. Diese Lücke entsteht durch sinkende Rentenniveaus, Beitragsjahre mit Teilzeit oder Erwerbsunterbrechungen, Inflation und die schlicht längere Lebenserwartung, für die das Umlagesystem nicht vollständig ausgelegt ist. Wer die Rentenlücke kennt, kann gezielt vorsorgen, statt sich auf ein Gefühl von

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Häufige Fragen

Wie berechne ich meine Rentenlücke konkret?
Sie ziehen von Ihrem gewünschten Nettoeinkommen im Ruhestand, meist 70 bis 80 Prozent des letzten Nettogehalts, die Summe aus gesetzlicher Rente, Betriebsrente und privaten Ansprüchen ab. Die Werte zur gesetzlichen Rente entnehmen Sie der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Die verbleibende Differenz ist Ihre monatliche Rentenlücke, die Sie zusätzlich um die künftige Inflation bereinigen sollten.
Ab welchem Alter erhalte ich die Renteninformation?
Die Deutsche Rentenversicherung versendet die Renteninformation automatisch einmal jährlich an Versicherte ab 27 Jahren, sofern mindestens fünf Jahre Beitragszeiten vorliegen. Sie enthält die bisher erworbenen Rentenansprüche sowie eine Hochrechnung bei Fortführung der aktuellen Beiträge. Wer die Information nicht erhält, kann sie online oder telefonisch anfordern.
Wie groß ist die Rentenlücke im Durchschnitt?
Eine allgemeingültige Durchschnittszahl gibt es nicht, da die Lücke stark vom individuellen Einkommen, der Erwerbsbiografie und der bestehenden Zusatzvorsorge abhängt. Häufig liegt die gesetzliche Rente bei etwa 45 bis 50 Prozent des letzten Nettoeinkommens, während für den gewohnten Lebensstandard oft 70 bis 80 Prozent nötig wären. Die genaue Lücke lässt sich nur mit den persönlichen Unterlagen berechnen.
Welche Rolle spielt die Inflation bei der Rentenlücke?
Die Inflation verringert die Kaufkraft einer heute berechneten Rentenlücke über die Jahre bis zum Renteneintritt erheblich. Ein Betrag, der heute ausreichend erscheint, kann in 20 oder 30 Jahren real deutlich weniger wert sein. Deshalb sollte die Berechnung regelmäßig aktualisiert und die Sparrate an die tatsächliche Preisentwicklung angepasst werden.
Kann ich die Rentenlücke durch freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente schließen?
Ja, freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind eine Möglichkeit, insbesondere um Lücken in der Versicherungsbiografie zu füllen oder zusätzliche Entgeltpunkte zu erwerben. Die Kosten pro Entgeltpunkt sind individuell und hängen vom Alter und dem aktuellen Rentenwert ab. Vor einer Entscheidung lohnt sich eine Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung.
Was passiert, wenn ich die Rentenlücke gar nicht schließe?
Wird die Lücke nicht geschlossen, sinkt der Lebensstandard im Ruhestand entsprechend der Differenz zwischen benötigtem und tatsächlichem Einkommen. Das kann bedeuten, Ausgaben einzuschränken, länger zu arbeiten oder auf vorhandenes Vermögen wie eine Immobilie zurückzugreifen. Je später die Lücke erkannt wird, desto weniger Zeit bleibt für einen sanften Ausgleich durch Sparen.
Wie oft sollte ich die Berechnung der Rentenlücke aktualisieren?
Eine Aktualisierung alle drei bis fünf Jahre oder bei größeren Veränderungen wie Jobwechsel, Gehaltssprung, Elternzeit oder neuen Vorsorgeverträgen ist sinnvoll. Auch gesetzliche Änderungen beim Rentenniveau oder der Besteuerung können die Berechnung beeinflussen. Wer die Renteninformation jährlich erhält, kann sie als Anlass für eine kurze Überprüfung nutzen.
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