Gesetzliche Rente

Rente mit 63: Was der frühe Ausstieg kostet

Marcel Eichelberger
Veröffentlicht:

Rente mit 63: Was der frühe Ausstieg kostet
Rente mit 63: Was der frühe Ausstieg kostet Foto: Jan van der Wolf / Pexels

Was ist die Rente mit 63?

Die Rente mit 63 ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die vorzeitige Altersrente für besonders langjährig Versicherte, die es Versicherten erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen früher als zur regulären Altersgrenze aus dem Erwerbsleben in die gesetzliche Rente zu gehen. Voraussetzung ist eine Wartezeit von mindestens 45 Beitragsjahren, in denen Zeiten der Beschäftigung, der Kindererziehung, der Pflege von Angehörigen und bestimmte Zeiten des Bezugs von Sozialleistungen angerechnet werden. Der Name „Rente mit 63

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Häufige Fragen

Ab welchem Alter kann ich mit 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen?
Abschlagsfrei mit 63 Jahren konnten nur Versicherte gehen, die vor 1953 geboren wurden. Für alle späteren Jahrgänge steigt das abschlagsfreie Zugangsalter stufenweise an und liegt für den Jahrgang 1964 und jünger bei 65 Jahren. Wer bereits mit 63 in Rente gehen möchte, muss daher in der Regel Abschläge in Kauf nehmen.
Wie hoch ist der Abschlag pro Monat bei der Rente mit 63?
Der Abschlag beträgt 0,3 Prozent der Rente für jeden Monat, den der Rentenbeginn vor dem individuellen abschlagsfreien Zugangsalter liegt. Bei zwei Jahren vorzeitigem Bezug summiert sich das auf 7,2 Prozent, die lebenslang von der Rente abgezogen werden.
Welche Zeiten zählen zur 45-jährigen Wartezeit?
Angerechnet werden Pflichtbeitragszeiten aus Beschäftigung und Selbstständigkeit, Kindererziehungszeiten bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes, Pflegezeiten sowie Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs außerhalb der letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn. Freiwillige Beiträge zählen ebenfalls mit.
Kann ich neben der Rente mit 63 weiterarbeiten?
Ja, ein Hinzuverdienst ist ohne feste Verdienstgrenze möglich, da die Hinzuverdienstgrenzen für Altersrenten vor der Regelaltersgrenze abgeschafft wurden. Das zusätzliche Einkommen muss allerdings in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden.
Was passiert, wenn ich die 45 Beitragsjahre nicht erreiche?
Ohne die volle Wartezeit von 45 Jahren besteht kein Anspruch auf die Rente mit 63, dann kommen andere Rentenarten wie die Altersrente für langjährig Versicherte mit 35 Beitragsjahren infrage. Diese ist jedoch mit höheren Abschlägen bei vorzeitigem Bezug verbunden.
Werden die Abschläge irgendwann wieder ausgeglichen?
Nein, die Abschläge bleiben für die gesamte Dauer des Rentenbezugs bestehen und werden auch bei späteren Rentenanpassungen nicht rückgängig gemacht. Sie mindern die Rente also dauerhaft und lebenslang.
Sollte ich vor dem Rentenantrag eine Kontenklärung machen lassen?
Ja, eine Kontenklärung mehrere Jahre vor dem geplanten Renteneintritt zeigt, ob Lücken im Versicherungsverlauf bestehen und ob die Wartezeit tatsächlich erfüllt wird. Das schafft Planungssicherheit und vermeidet Überraschungen kurz vor dem gewünschten Rentenbeginn.
Wie wird die Rente mit 63 steuerlich behandelt?
Die Rente unterliegt der nachgelagerten Besteuerung nach § 22 EStG, wobei der steuerpflichtige Anteil vom Jahr des Rentenbeginns abhängt und für spätere Jahrgänge höher ausfällt. Ob im Einzelfall Steuern anfallen, hängt vom Gesamteinkommen und dem Grundfreibetrag ab.
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